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10 MUSEUM KUNST&KONTEXT 1/2011 - DAS GUAPORE-PROJEKT - TEIL 1
Erschienen in Kunst und Kontext 01/2011
In Andenken an Etoé Tupari und Njengerei (Andere) Makurap.
Sharing Cultural Heritage - Sammlungen als Ausgangspunkte von Begegnungen
Wir verwalten in unseren völkerkundlichen Museen ein gemeinsames Weltkulturerbe, ein großes Potenzial der friedlichen Begegnung mit vielen Menschen und Gemeinschaften der Welt.
Seit den 1970er Jahren ist das Interesse indigener Gruppen und Nationen an den Beständen ihrer materiellen Kultur in den völkerkundlichen Museen festzustellen (vor allem der "Inuit" und der "Native Americans and First-Nations" Nordamerikas). In den letzten Jahren treten auch vermehrt indigene Gruppen aus Südamerika an ethnologische Museen heran. Die, in völkerkundlichen Museen aufbewahrten, Sammlungen sind Weltkulturerbe einer besonderen Art, denn sie verbinden die Nachfahren der Hersteller in Südamerika und die Nachfahren der Sammler in Europa durch eine gemeinsame Sammlungsgeschichte.
?ROT ohne SCHWARZ... ROT ohne GELB... ROT ohne BLAU...? Farbkombinationen im Federschmuck der Tiefland-Indianer Südamerikas am Beispiel von Stücken der Baseler Sammlung
Federschmuck in Basel
In der Sammlung des Museums für Kulturen Basel sind mindestens 2.200 Federarbeiten von etwa 55 Stämmen des südamerikanischen Tieflandes des Zeitraumes von ca. 1600 bis 2006 vereint. Aus der Zeit 1600 bis 1800 stammt nur ein Stück (siehe unten: Umhang der Tupinamba), der Zeitraum 1800 bis 1850 ist durch sechs Stücke der Mundurucu vertreten, 1888 ‘schwappten’ mit der Sammlung des Schweizer Arztes Dr. Emil HASSLER (Aarau) knapp 890 Stücke - etwa 40 % des heutigen Gesamtbestandes - in das Museum. Der im Bereich Südamerika wichtigste wissenschaftliche Basler Sammler des Zeitraumes 1900 bis 1950 Dr. Felix SPEISER brachte 1925 von seiner Reise zu den Apalai im Grenzgebiet Brasiliens und Französisch-Guayanas mindestens 67 Stücke mit.
Eine Rassel (maracá) der Tupinamba/Ostbrasilien oder der Arawak/Guayana
"Die Frankfurter maracá war 2003 die erste dieses Types, die ich fotografierte. In Amsterdam fiel mir 2004 eine ähnliche Rassel in der Ausstellung nicht weiter auf. Auch die, die ich in Berlin 2005 fotografierte. Erst durch die Rassel in der Ausstellung des Herrnhuter Völkerkundemuseums mit dem frühen Sammlungseingang 1755 wurde die Frankfurter Rassel zu etwas Besonderem."
Guapore-Projekt 2009 Reisebilder
Vom 31. Mai bis 20. Juni 2009 besuchte eine Gruppe von 6 brasilianischen Indigenen Europa. 1 Vertreter der Aruá. 1 Vetreter der Canoé. 1 Vertreter der Jabutí. 2 Vetreter der Tuparí. 2 Vetreter der Makurap. Während der Reise wurden viele Bilder gemacht, sowohl von den Gästen als auch von den Gastgebern.
Bilderschaus Federschmuck aus Sammlungen, Museen
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Guapore-Projekt 2009 Entstehung
Das Guapore-Projekt 2009 ist die Folge zufälliger Begegnungen…
In den Jahren 2006 und 2007 kontaktierte Gleice Mere (brasilianische Journalistin und Fotografin) unter anderem die Südamerika-Kuratoren im Museum der Kulturen Basel (Alexander Brust) und im Ethnologischen Museum Berlin (Dr. Richard Haas).
Gleice lebte damals seit einigen Jahren in Deutschland und arbeitete in Brasilien mit verschiedenen Indigenen-Gruppen im Guapore-Gebiet. Zudem hatte sie zu den Familien von Franz Caspar (Schweiz) und Heinrich E. Snethlage (Deutschland) Kontakt hergestellt.
Diese Ethnologen hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die am Rio Guapore lebenden Indianer in einer Zeit besucht als diese noch weitgehend ‘traditionell’ im Regenwald lebten und heute einzigartige Sammlungen angelegt, die sich in den Museen Basel, Berlin, Bremen und Hamburg befinden.