Federschmuck-Artikel

PAPAGEIEN UND SITTICHE - Federschmuck in Braunschweig

Aus Kunst und Kontext, Ausgabe 02/2011, Seite 18

Das naturhistorische Museum Braunschweig zeigt noch bis 2. Oktober 2011 eine sehenswerte Sonderausstellung zum Thema "Papageien und Sittiche" . In einer Vitrine sind auch acht ethnografische Stücke des Städtischen Museums Braunschweig zu sehen, fünf davon möchte ich näher kommentieren.

Feder – Vogel – Farbe – Kunst :-: FEDER-KUNST des Südamerikanischen Tieflandes – eine Begegnung

Die Begegnung mit den Erzeugnissen außereuropäischer Kulturen hat die Kunst Europas in den letzten Jahrhunderten immer wieder beeinflusst und stark verändert.

Im 16. Jahrhundert und wieder in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Federschmuck aus Südamerika modischer Sammlungsgegenstand der höfischen Gesellschaft. Europäische Künstler der Moderne wurden jedoch längst nicht so in den Bann gezogen, wie beispielsweise von der abstrakten Formgestaltung Afrikanischen Skulpturen, der verspielten Schnörkeligkeit der Maori Neuseeland’s oder der meditativen Flächigkeit Japanischer Gestaltung.

?ROT ohne SCHWARZ... ROT ohne GELB... ROT ohne BLAU...? Farbkombinationen im Federschmuck der Tiefland-Indianer Südamerikas am Beispiel von Stücken der Baseler Sammlung

Federschmuck in Basel

In der Sammlung des Museums für Kulturen Basel sind mindestens 2.200 Federarbeiten von etwa 55 Stämmen des südamerikanischen Tieflandes des Zeitraumes von ca. 1600 bis 2006 vereint. Aus der Zeit 1600 bis 1800 stammt nur ein Stück (siehe unten: Umhang der Tupinamba), der Zeitraum 1800 bis 1850 ist durch sechs Stücke der Mundurucu vertreten, 1888 ‘schwappten’ mit der Sammlung des Schweizer Arztes Dr. Emil HASSLER (Aarau) knapp 890 Stücke - etwa 40 % des heutigen Gesamtbestandes - in das Museum. Der im Bereich Südamerika wichtigste wissenschaftliche Basler Sammler des Zeitraumes 1900 bis 1950 Dr. Felix SPEISER brachte 1925 von seiner Reise zu den Apalai im Grenzgebiet Brasiliens und Französisch-Guayanas mindestens 67 Stücke mit.