Guaporeprojekt 2009

Guapore-Projekt 2009 Überblick

Dalton Tuparí

In den Ethnologischen Museen Deutschlands und Europas lagern hunderttausende von Gegenständen von tausenden verschiedener Ethnien und Stammesgemeinschaften dieser Welt.

Für uns in Europa eine unübersehbare Vielfalt, die wir mit Mühe verwalten, erhalten und davon maximal drei bis fünf Prozent ausstellen. Gegenstände ohne Bedeutung für uns.

Für die Nachfahren der Hersteller ist es jeweils ihre Geschichte und Kultur.

Aus wissenschaftlichen Gründen vor Jahrzehnten gesammelt, sind die Fotos, Tonaufnahmen und Gegenstände materieller Kultur für diese Menschen Zeugnisse der eigenen Vergangenheit!

Guapore-Projekt 2009 Sammlungen

Sharing Cultural Heritage

Präambel

Wir verwalten in unseren völkerkundlichen Museen ein gemeinsames Weltkultur-Erbe, ein großes Potenzial der friedlichen Begegnung mit vielen Menschen und Gemeinschaften der Welt.

Bereits seit den 1970er Jahren ist das Interesse indigener Gruppen und Nationen an den Beständen ihrer materiellen Kultur in den völkerkundlichen Museen festzustellen (vor allem der “Inuit” und der “Native Americans and First-Nations” Nordamerikas). In den letzten Jahren treten auch vermehrt indigene Gruppen aus Südamerika an ethnologische Museen heran.

Guapore-Projekt 2009 Entstehung

Das Guapore-Projekt 2009 ist die Folge zufälliger Begegnungen…

In den Jahren 2006 und 2007 kontaktierte Gleice Mere (brasilianische Journalistin und Fotografin) unter anderem die Südamerika-Kuratoren im Museum der Kulturen Basel (Alexander Brust) und im Ethnologischen Museum Berlin (Dr. Richard Haas).

Gleice lebte damals seit einigen Jahren in Deutschland und arbeitete in Brasilien mit verschiedenen Indigenen-Gruppen im Guapore-Gebiet. Zudem hatte sie zu den Familien von Franz Caspar (Schweiz) und Heinrich E. Snethlage (Deutschland) Kontakt hergestellt.

Diese Ethnologen hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die am Rio Guapore lebenden Indianer in einer Zeit besucht als diese noch weitgehend ‘traditionell’ im Regenwald lebten und heute einzigartige Sammlungen angelegt, die sich in den Museen Basel, Berlin, Bremen und Hamburg befinden.

Guapore-Projekt 2009 Details

Ein paar Notizen, Anmerkungen, Details zu Sammlungen, Museen, Sammler, Teilnehmer und Ethnologen zum Guapore-Projekt.

Guapore-Projekt 2009 Vorbereitung

Gleice Mere

Gleice Mere organisiert das Treffen bereits jetzt in Brasilien. Sie arbeitet seit Jahren zu und mit diesen Indigenen. (umfangreiches Fotomaterial, Kontakte zu den Familien Snethlage und Caspar, mehrmalige Aufenthalte im Reservat). Ihr Verlobter Tanúzio Gonçalves de Oliveira arbeitet seit 17 Jahren im “Terra Indigena Rio Branco” und ist heute dort der zuständige Mitarbeiter der Indianerbehörde FUNAI. Daher liegen offizielle Ausreiseerlaubnisse der Brasilianischen Indianerbehörde vor, ohne die eine Reise nicht möglich wäre.

Guapore-Projekt 2009 Reisebilder

Vom 31. Mai bis 20. Juni 2009 besuchte eine Gruppe von 6 brasilianischen Indigenen Europa. 1 Vertreter der Aruá. 1 Vetreter der Canoé. 1 Vertreter der Jabutí. 2 Vetreter der Tuparí. 2 Vetreter der Makurap. Während der Reise wurden viele Bilder gemacht, sowohl von den Gästen als auch von den Gastgebern.

/guapore/Guapore-2009-Die-Reise/fotos/index.html

1.Kontakt zwischen den Canoe der TI Rio Branco, TI Guapore und TI Omere

Primeiro encontro dos Kanoê do Rio Branco, Guaporé e Omerê - Erster Kontakt zwischen den Canoe aus Rio Branco, Guapore und Omere

(Portugiesischer Text von Gleice Mere; Übersetzung und Ergänzungen von Andreas Schlothauer)

(TI = Terra Indigena)

Os índios Kanoê são hoje um grupo de menos de 200 pessoas. Em sua maioria vivem nas Terras Indígenas Guaporé, Rio Branco e Omerê, a oeste do estado de Rondônia, próximo à fronteira com a Bolívia.

Die Kanoê sind heute eine Gruppe von weniger als 200 Personen. Der größere Teil lebt in den Terras Indígenas Guaporé, Rio Branco (zwei Familien) und Omerê (3 Personen), im Westen des Bundeslandes Rondônia, nahe der Bolivianischen Grenze. Die genaue Personenzahl ist nicht einmal der FUNAI (Brasilianische Indianerschutzbehörde) bekannt.

Sua terra de origem era a região do Rio Omerê, perto do Rio Pimenta Bueno. Por volta de 1940 foram levados, juntamente com outras etnias, pelo antigo Serviço de Proteção ao Índio (SPI), para o Posto Indígena Ricardo Franco, hoje chamado de Posto Indígena Guaporé. Local onde foram agrupadas diversas etnias. Por esta razão os Kanoê realizaram casamentos com outras etnias e deixaram de falar sua língua materna.

10 MUSEUM KUNST&KONTEXT 1/2011 - DAS GUAPORE-PROJEKT - TEIL 1

Landkarte mit Terra Indigena des Rio Guaporé

Erschienen in Kunst und Kontext 01/2011

In Andenken an Etoé Tupari und Njengerei (Andere) Makurap.

Sharing Cultural Heritage - Sammlungen als Ausgangspunkte von Begegnungen

Wir verwalten in unseren völkerkundlichen Museen ein gemeinsames Weltkulturerbe, ein großes Potenzial der friedlichen Begegnung mit vielen Menschen und Gemeinschaften der Welt.

Seit den 1970er Jahren ist das Interesse indigener Gruppen und Nationen an den Beständen ihrer materiellen Kultur in den völkerkundlichen Museen festzustellen (vor allem der "Inuit" und der "Native Americans and First-Nations" Nordamerikas). In den letzten Jahren treten auch vermehrt indigene Gruppen aus Südamerika an ethnologische Museen heran. Die, in völkerkundlichen Museen aufbewahrten, Sammlungen sind Weltkulturerbe einer besonderen Art, denn sie verbinden die Nachfahren der Hersteller in Südamerika und die Nachfahren der Sammler in Europa durch eine gemeinsame Sammlungsgeschichte.

2006: Yudja-Indianer zu Gast in Basel

Eine dreijährige Zusammenarbeit mit den Yudja-Indianern aus Brasilien trug im Herbst 2006 erste Früchte. Tinini, NhãNhã, Yasenaku und Karin Juruna, reisten im September in Begleitung der Ethnobotanikerin Simone Athayde nach Basel und übergaben dem Museum der Kulturen eine Sammlung Musikinstrumente. Eine solche Zusammenarbeit ist eine langfristige Angelegenheit, die ohne die Mitarbeit verschiedener Akteure nicht möglich ist.

2001 gründeten die Yudja einen eigenen Verein, Associação Yarikayu - povo Yudja (Parque Indígena Xingu), um innerhalb der brasilianischen Gesellschaft eine Rechtsvertretung zu schaffen und ihre Kultur zu bewahren und vergessene Traditionen wiederzubeleben.

2008: Videos und Bilder aus der Terra Indigena Omerê

Terra Indígena Omerê

Txinamanty, ihr Sohn Bwquá und ihr Bruder Purá, die letzten überlebenden Kanoê (auch: Canoe, Kapixaná, Kapixanã) der Terra Indígena Omerê, stellen Gegenstände ihrer Kultur her. Kanoê aus der Terra Indígena Guaporé und der TI Rio Branco, die zu Besuch sind, beobachten die Herstellung, um vergessenes handwerkliches Wissen ihres Volkes neu zu erlenen.

Teilweise wird von Gleice Mere, teilweise durch die Kanoê selbst fotografiert und gefilmt. Die produzierten Stücke und die Dokumentation werden die Kanoê-Sammlung des Wiener ethnologischen Museums ergänzen.

Demarkierung von indianischen Gebieten - Demarcação de Terras Indígenas

Demarkierung Projektbeschreibung

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Bundesrepublik Deutschland seit 1996 etwa 20 Millionen € investiert hat, um gemeinsam mit

  • dem brasilianischen Justizministerium,
  • der brasilianische Indianerbehörde Fundação Nacional do Índio (FUNAI),
  • indianischen Gemeinden und Organisationen,
  • Nichtregierungsorganisationen,

die Demarkierung von 198 Gebieten Indigener Gemeinschaften des Amazonas zu realisieren.

Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) schreibt hierzu:

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